Abstauber

Abstauber Strategie

Sie steigen gleich in der Früh am Tag nach der Hauptversammlung ein, in die „ex-Dividende“.
Im Jahr 2004 ging es bei einem Unternehmen am Tag nach der Hauptversammlung, also am Ex-Tag mit Dividendenabschlag, deutlich nach oben.
Zwar eröffnete die Aktie wie erwartet mit einem Minus etwa in Höhe des Dividendeabschlags von 0,95€, doch dann ging der Kurs im Laufe des Tages wieder hoch. Die Aktie machte bis zum Börsenschluss 0,54€ von 0,95€ Dividendenabschlag wett und legte so gegenüber dem Eröffnungskurs um rund 4,1% zu. Zwei Tage später lag der Kurs noch einmal um 2% höher.
Gibt es eine hohe Ausschüttung von 5, 6 oder gar 7% wie bei den VZ, sinkt am Ex-Tag der Kurs theoretisch um diesen Betrag. Doch mit dem niedrigeren Kurs verbessern sich die Bewertungskennziffern: Sinkt beispielsweise der Kurs nach einer Dividendenzahlung von 7% um 7%, fällt gleichzeitig auch das ausgewiesene bzw. erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Damit wird die Aktie nicht nur optisch über den Aktienkurs billiger, sondern auch über die Bewertungskennziffern.
Stimmt die Unternehmensstory nach wie vor und sind die Wachstumsaussichten intakt, ist die Aktie auf diesem niedrigeren Niveau für viele Anleger wieder eine Kaufgelegenheit. Sie steigen ein, der Kurs zieht wieder an.
Die Abstauber-Strategie funktionierte in den letzten zehn Jahren fast immer. Wer in der Ex-Dividende eingestiegen ist, konnte zwischen 1996 und 2004 in fünf Jahren den Dividendenabschlag schnell wieder mit einem Kursplus ausgleichen. 2004 dauerte es nur zwei Monate. Sie konnten ein Plus von 8,1% einfach so nebenbei mitnehmen. Zwei Mal dauerte es etwas länger. 2001 und 2002 dauerte es zehn bzw. 30 Monate, bis der Abschlag aufgeholt war. Trotzdem lag die Rendite insgesamt im Durchschnitt bei der Abstauber-Strategie bei 5,3%, und das bei einer durchschnittlichen Investitionszeit von weniger als sechs Monaten. Die Jahresperformance liegt damit bei 10%.